Geistige und Universelle Akademie

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Engel


Der Begriff „Engel“ leitet sich von dem griechischen Wort „angelos“ = Bote, Botschafter ab.

Aus wissenschaftlicher Sicht sind Engel Fabelwesen aus der jüdischen, christlichen und islamischen Mythologie.

In den fünf Weltreligionen – Christentum, Islam, Judentum, Hinduismus und Buddhismus – gibt es nur in den monotheistischen Religionen Christentum, Islam und Judentum Engel. Sowohl der Hinduismus als auch der Buddhismus kennen keine Engel.

In den drei monotheistischen Weltreligionen kommen Engelserscheinungen und Engelswirken in den jeweiligen Heiligen Schriften mehrmals vor.

Engel sind himmlische, mit göttlichem Bewusstsein, göttlicher Autorität und göttlicher Souveränität ausgestattete Geistwesen. Sie wurden von Gott am Anbeginn der Existenz dieses Universums geschaffen. Sie sind SEINE direkten Aspekte und Ausdrucksformen. Als solche sind sie pures göttliches Licht, göttliche Liebe und göttlicher Frieden. Sie sind fähig die hochfrequenten göttlichen Energien sowie das göttliche Verbrennungsfeuer zu lenken.

Die Engel dienen Gott und SEINEM Universum bzw. SEINER gesamten Schöpfung. Sie lobpreisen Gott, indem sie immerwährend Hymnen singen. Die Engel haben klarste Erkenntnis sowie Gotteserkenntnis. Sie sind machtvolle Wesen, jedoch sind sie in allem an den Willen Gottes gebunden und führen diesen bedingungslos aus.

Engel kümmern sich um alle Angelegenheiten dieses Universums und stehen der Verwaltung des riesigen „Unternehmens GOTT“ vor. Sie sind Gottes direkte Hände, Augen und Münder und ER drückt sich durch sie in Worten und Taten aus. Engel gelten als Mittler oder Verbindungsstelle zwischen Gott und den Menschen. Deshalb stehen sie den Menschen auch näher und können von ihnen besser erfasst werden. Sie gewähren den Menschen Schutz und Führung.

Die Engel gelten auch als „Heer Gottes“. Die Menge der himmlischen Heerscharen ist unzählbar. Der Prophet Daniel sah tausendmal tausend Gott dienen und hundert Millionen vor IHM stehen.

Wie es bei den Menschen Unterschiede in der Rasse und Hautfarbe gibt, so gibt es auch Unterschiede zwischen den Engeln. Man spricht von einer Engels-Hierarchie. Diese ist unterteilt in verschiedene Chöre.

Pseudo Dionysius Areopagit benennt neun Chöre und beruft sich dabei auf die Heilige Schrift bzw. verschiedene Schriftstellen in der Heiligen Schrift. Er entwarf mit seinem Werk „De caelesti hierarchia“ (im 6. Jahrhundert) eine großartige Vision der himmlischen Welt. Diese neun Chöre sind:

1. Hierarchie:

Die Seraphim sind der Widerschein höchster Gottesliebe und beten Gott ununterbrochen an. Sie sind ewige Bewegung rund um die göttlichen Geheimnisse, eine Glut, eine Schärfe, der brennende Eifer einer permanenten Umkreisung

Die Cherubim bilden den Abglanz der göttlichen Weisheit. Sie haben das Vermögen, den thearchischen Glanz der ursprünglichen Macht Gottes zu betrachten.

Die Throne sind ein Aufleuchten der göttlichen Majestät. Sie erfahren die Vollkraft all ihrer Anlagen, unverrückbar und ständig dem EINEN nahe zu sein, der wahrhaft der Höchste ist.

Die vorgenannten drei Engelschöre leben an der Schwelle der Gottheit. Durch das Licht Gottes, an die sie direkt partizipieren, erfahren sie einen dreifachen hierarchischen Akt, der gleichzeitig Reinigung, Erleuchtung und Wachstum in der Vollendung ist. In Bezug auf Gott sind sie SEINE Ruheplätze; in Bezug auf die niederen Engel besteht ihre Funktion darin, zu offenbaren, was sie von der Dreifaltigkeit und der Vorsehung wissen, die das ganze Universum auf eine überragende Weise in einer unwiderstehlichen Umarmung umhüllt.

2. Hierarchie

Der 2. Hierarchie werden die Herrschaften, Gewalten und Fürsten zugeteilt. Diese drei Chöre bauen die Herrschaft Gottes im Universum auf. Die Chöre der zweiten Hierarchie vergleicht  Pseudo Dionysius Areopagit mit den Fürsten, die die Länder des Königs verwalten.

Herrschaft besagt eine geistige Erhebung, frei und allen irdischen Kompromissen enthoben mit Kraft, auf die wahre Herrschaft und das Prinzip jeder Herrschaft zuzustreben.

Die Fürstentümer zeigen eine kühne und feste Mannhaftigkeit in ihren Tätigkeiten, worin sie Gott gleichgeformt sind.

Die Gewalten besitzen eine vollkommen geordnete geistige Macht, die nicht von dieser Welt ist.

Diese zweite Hierarchie empfängt von der ersten Ordnung geistiges Licht. Die Erkenntnis Gottes wird von Engel zu Engel durch eine Art Abstufung weitergegeben. Die hierarchischen Akte der Reinigung, Erleuchtung und Vervollkommnung sind in den niedrigeren Engeln das Werk der höheren. So sind jene aus der zweiten Hierarchie erhoben zur Teilhabe am Licht, das von der Thearchie ausgeht und durch die Seraphim, die Cherubim und Throne vermittelt wird.

Der 3. Hierarchie werden die Mächte, Erzengel und Engel zugeordnet. Dieser Chor ist für den Dienst am Menschen zuständig, so Pseudo Dionysius Areopagit: Diese Engel sind unmittelbar mit der Obhut der Menschen vertraut.

Die Kräfte sind mit Führungskräften ausgestattet, gekennzeichnet durch das Prinzip über jedes Prinzip und fähig, Gott durch die Harmonie ihrer Führerschaft zu offenbaren.

Erzengel haben als Zwischenwesen zwischen den Mächten und Engeln an den Privilegien jener teil: sie empfangen das Siegel des Prinzips und sie sind mit diesem vereint, wenn sie den Engeln die göttlichen Erleuchtungen übermitteln.

Die Engel stehen den Menschen am nächsten.

Die Engel der dritten Hierarchie machen die göttliche Offenbarung den Menschen zugänglich; durch sie vermag die menschliche Hierarchie zu Gott erhoben zu werden: durch Reinigung, Erleuchtung und Vereinigung.

Erleuchtung bedeutet nach Dionysius Teilhabe am Licht Gottes. Diese Teilhabe oder Partizipation ist bei den ersten Rängen der Engel eine unmittelbare; sie erreicht die niedrigsten Ränge durch die Vermittlung der höchsten. Von Hierarchie zu Hierarchie herab gelangt sie schließlich zu den Menschen. Diese absteigende Bewegung hat eine aufsteigende zur Folge: Durch Reinigung, Erleuchtung und Vereinigung gelangt alles nach oben zu Gott.

Im dionysianischen Sprachgebrauch bedeutet das Wort „Hierarchie“ mehr als eine bloße Ordnung des Seins oder der Ranghöhe der Autorität. Gott ist eine „Theo-archie“ in der etymologischen Bedeutung von göttlicher Macht. Dionysius: „Ich nenne Hierarchie eine heilige Ordnung, eine Erkenntnis und einen Akt, die der göttlichen Form so nahe wie möglich sind, und deren Nachahmung Gottes im Verhältnis dazu wächst, wie sie die göttlichen Erleuchtungen aufnehmen.“ Das Engel-Universum bildet die Nachahmung der innersten Ordnung des Lebens Gottes. Die Hierarchie des Dionysius ist eine Rangordnung, deren Ränge nicht nach Machtbefugnis oder anderen menschlichen Kriterien abgestuft sind, sondern nach dem Grad der Ehrwürdigkeit und Heiligkeit.

 

Der Äbtissin und Mystikerin Hildegard von Bingen (1098 - 1179) offenbarte sich in ihren visionären Engelsschauen eine etwas unterschiedliche Hierarchie der Engel. Zwar besteht auch sie aus neun Chören, jedoch sind bei ihr in der 1. Hierarchie nur zwei Chöre, in der mittleren Hierarchie fünf Chöre und in der 3. Hierarchie wiederum zwei Chöre. In ihrem Buch „Scivias“ beschreibt sie die Engelshierarchie wie folgt (siehe Abbildung):

Engels-Hierarchie nach Hildegard von Bingen
Die Engels-Hierarchie nach Hildegard von Bingen


Die Geister der ersten Reihe sind an der Brust geflügelt und haben Antlitze wie Menschen, in denen wie in einem ungetrübten Wasserspiegel Menschengesichter erscheinen. Das sind die Engel. Flügeln gleich spannen sie das Verlangen, das sich aus der Tiefe ihrer Erkenntnis ringt. Nicht als ob sie Flügel hätten wie die Vögel, sondern schnell, wie der Gedanke des Menschen dahinfliegt, drängt ihre Sehnsucht sie, den Willen Gottes zu erfüllen. Dass sie Antlitze haben, deutet auf die Schönheit ihres vernünftigen Geistes, in dem Gottes alldurchforschender Blick zugleich die Werke der Menschen erschaut. Denn wie der Knecht, kaum dass er den Befehl seines Herrn vernimmt, ihm nachkommt, so haben die Engel die Erfüllung des göttlichen Willens in den Menschen acht und stellen deren Handlungen in sich selber Gott dar.

Die Geister der zweiten Reihe haben Flügel an der Brust und Gesichter wie Menschen. In ihnen leuchtet wie in einem Spiegel as Bild des Menschensohnes auf. Das sind die Erzengel. Auch sie sind in der Sehnsucht ihres Erkennens auf den Willen Gottes hingerichtet und offenbaren in sich die Schönheit des vernünftigen Geistes. Auf eine ganz reine Weise verherrlichen sie das Fleisch gewordene Wort Gottes, da sie die verborgenen Ratschlüsse Gottes schauen und durch ihre Botendienste dem Geheimnisse der Menschwerdung den Weg bereiten durften.“

Den beiden Reihen schließen sich in Kranzform fünf weitere Reihen an.

Von diesen Geistern hat die erste Reihe wieder Antlitze wie Menschen, und von der Schulter abwärts erstrahlen sie in hellem Glanz. Das sind die Kräfte. Sie steigen auf in den Herzen der Gläubigen und bauen in ihnen mit brennender Liebe den hohen Turm ihrer Werke. So spiegeln sie in ihrem geistigen Sein der Werke die Auserwählten und führen diese durch ihre Kraft zum guten Ende hell leuchtender Seligkeit. Wenn nämlich den Auserwählten die Klarheit innerer Erkenntnis aufgeht, so schütteln sie alle Bosheit ihrer Sünden ab wegen des Lichtes, das von den „Kräften“ nach meinem Willen auf sie herabstrahlt, und sie umleuchtet. Tapfer kämpfen sie wider die Nachstellungen des Teufels. Alle diese Schlachten wider die höllische Heerschar stellen die Kräfte unaufhörlich Mir, ihrem Schöpfer, dar. Denn die Menschen tragen in sich den Entscheidungskampf der Bejahung und der Verneinung. Inwiefern? Der eine bekennt Mich, der andere leugnet Mich. Die Frage bei diesem Kampfe ist: Gibt es einen Gott oder nicht? Darauf antwortet der Heilige Geist im Menschen: Es ist ein Gott, der dich erschaffen hat. Er hat dich auch erlöst. Solange die Frage diese Beantwortung im Menschen findet, wird die Kraft Gottes ihn nicht verlassen, denn auf solches Fragen und Antworten folgt die Buße. Wo aber die Frage im Menschen nicht ist, da ist auch nicht die Antwort des Heiligen Geistes. Ein solcher Mensch stößt die Gabe Gottes zurück, und ohne Frage nach Buße stürzt er sich in den Tod. Alle diese Kämpfe bringen die „Kräfte“ Gott dar, denn diese Geister sind vor Gott ein Siegel, an dem offenbar wird, in welcher Absicht Gott verehrt oder verleugnet wird.

Die Geister der zweiten Reihe stehen da in so lichter Klarheit, dass du sie nicht anzuschauen vermagst. Es sind die Gewalten (Mächte). Sie deuten an, dass die Huld und Schönheit der göttlichen Macht von der Ohnmacht der Sterblichen, Sündenbefangenen nie begriffen noch berührt werden kann, denn nie zerfällt die Macht Gottes.

Weißem Marmor gleich erscheinen die Geister der dritten Reihe. Sie haben Häupter wie Menschen, und über ihnen siehst du Feuerflammen. Eine eisenfarbige Wolke umhüllt von der Schulter an abwärts ihre Gestalt. Das sind die Fürstentümer. Sie sind die Urbilder derer, die aus Gottes Gabe in der Welt über die Menschen herrschen. Mit der unangetasteten Kraft der Gerechtigkeit sollen sie sich umkleiden, damit sie nicht dem Wankelmut der Unbeständigkeit verfallen. Sie sollen auf ihr Haupt schauen, das Christus ist, und ihre Regierung nach seinem Willen zum Nutzen er Menschen führen. In glühendem Eifer für die Wahrheit sollen sie lauschen auf die über ihnen waltende Gnade des Heiligen Geistes, damit sie bis zu ihrem Ende fest und beständig in der Kraft der Gerechtigkeit verharren.

Daher haben auch die Geister der vierten Reihe Antlitze wie Menschenantlitze und Füße wie Menschenfüße. Auf ihrem Haupte tragen sie einen Helm und sind mit marmorgleichen Tuniken bekleidet. Es sind die Herrschaften, die zur Darstellung bringen, dass der Herr aller Dinge die Vernunft des Menschen, die befleckt in menschlicher Verwesung lag, von der Erde zum Himmel erhob, als er seinen Sohn auf die Erde sandte, der den alten Verführer durch seine Gerechtigkeit niedertrat. Ihn also, der das Haupt aller Gläubigen ist, sollen seine Getreuen getreulich nachahmen, ihre Hoffnung auf das Himmlische setzen und stark werden im hochherzigen Verlangen nach guten Werken.

Die Geister der fünften Reihe haben gar nichts Menschenähnliches, sondern erglühen wie das Morgenrot. Es sind die Throne. Ihre Erscheinung will besagen, dass die Gottheit Sich zur Menschheit neigte, als der Eingeborene Gottes zum Heil der Menschen einen Menschenleib anzog, unberührt von aller Menschenschuld. […] Weiter kannst du von ihrer Gestalt nichts erkennen. Denn zahlreich sind die Geheimnisse himmlischer Verborgenheiten, die die menschliche Gebrechlichkeit nicht zu ergründen vermag.“

Diesen beiden Reihen schließen sich zwei weitere Reihen kranzförmig an:

Die Geister der ersten Reihe siehst du voller Augen und Flügel. In jedem Auge erscheint ein Spiegel und darin ein Menschengesicht. Die Schwingen haben diese Geister wie zum Fluge in die himmlischen Höhen erhoben. Das sind die Cherubim. Sie versinnbildlichen das Wissen Gottes. In Ihm schauen sie die Mysterien himmlischer Geheimnisse und verhauchen, so wie Gotte es will, ihr innerstes Hinstreben [zu Ihm]. In der Tiefe ihres Wissens erschauen sie mit reinstem, durchdringendem Blick wunderbar die Menschen, die in der Erkenntnis des wahren Gottes gleich ihnen die Flügel ihrer Herzenssehnsucht in gutem und gerechtem Streben auf den spannen, der über allen ist. Stärker ist in solchen die Liebe zum Himmlischen als das Trachten nach dem Vergänglichen. So tun es diese Geister im Fluge ihrer Sehnsucht dar.

Die Geister der zweiten Reihe brennen wie Feuer. Sie haben sehr viele Flügel, und auf diesen erscheinen, wie in einen Spiegel eingezeichnet, die Sinnbilder aller Rangstufen der verschiedenen Stände der Gotteskirche. Das sind die Seraphim. Wie sie selbst in flammender Liebe zu Gott brennen und ihr ganzes Begehren auf Seine Anschauung gerichtet ist, so stellen sie in diesem ihren Sinnen und Trachten die weltlichen und geistlichen Würden dar, in dem die geheimnisvollen Leben der Gotteskirche in vieler Reinheit blühen, denn in ihnen offenbaren sich wunderbar die geheimen Ratschlüsse Gottes. So mögen alle, die mit der Aufrichtigkeit eines reinen Herzens liebend das himmlische Leben suchen, in Liebe zu Gott entbrennen, Ihn mit ganzer Begier umfangen, damit sie zu den Freuden derer gelangen, die sie gläubig nachahmen.

Dass du aber weder bei ihnen noch bei den früheren nichts Weiteres von ihrer Gestalt erkennen kannst, bedeutet, dass in den seligen Geistern viele Geheimnisse sind, die der Mensch nicht wissen soll. Denn solange er sterblich ist, kann er das Ewige nicht vollkommen erkennen.

All diese Reihen tönen, wie du hörst, in jeglicher Art von Musik und künden in wundersamen Harmonien die Wunder, die Gott in heiligen Seelen wirkt – ein Hochgesang der Verherrlichung Gottes. In unbeschreiblichem Jubel frohlocken die seligen Geister durch Gottes Kraft über die Wunder, die Er in seinen Heiligen tut.

Nach Hildegard von Bingen ist die Aufgabe der Engel Gotteslob und dienendes Mitwirken beim Werk der Erlösung. Engel dürfen trösten, helfen, mahnen, sie sollen Führer und Vorbild sein. Aber tilgen können sie die Eine große Not, die Sünde, nicht.

 

Gemäß dem Kirchenvater Augustinus (354-430) sind die Engel erschaffene Weisheit, die Gott bei der Ausgestaltung der körperlichen Welten dienen. Sie sind schon am ersten Schöpfungstag, beim „es werde Licht!“ erschaffen worden.

Der schwedische Wissenschaftler, Mystiker und Theologe Emanuel (von) Swedenborg (1688-1772) schildert in seinem populärsten und aufschlussreichsten Werk „Himmel und Hölle“ (500 Seiten) alles Wesentliche über Engel, Geister und Dämonen und die Sphären, in denen Geistwesen existieren und wirken. Dieses Buch hat viele Theologen und Wissenschaftler bis heute entscheidend geprägt.

Zu allen Zeiten des Christentums hatte der Engelglaube eine zentrale Bedeutung. Papst Benedikt XIV. sagte: „Die Engel sollen mindestens genauso verehrt werden wie Maria, denn ohne sie wäre vieles in der Bibel nicht möglich gewesen.“ Er nannte zwei Beispiele: Die Flucht nach Ägypten, als der Engel Josef im Traum erschien, und die Verkündigung der Engel, dass Jesus auferstanden sei. Dies geschah am Ostermorgen. Bekannt ist auch die Erscheinung des Engels Gabriel bei der Jungfrau Maria, um ihr die Geburt des „Gottessohnes“ anzukündigen.

Der Koran, das Heilige Buch des Islam, spricht an zahlreichen Stellen von Engeln. Zwei Engel, Michael (arab. Mika’il) und Gabriel (arab. Djibril) werden im Koran namentlich genannt, die islamische Überlieferung benennt zudem die Engel Israfil, den Todesengel Izra’il und die Grabesengel Munkar und Nakir.

Nach dem Islam sind die Engel gewaltige und mächtige unsichtbare Lichtgestalten von teils gigantischen Ausmaßen. Die Engel des Islam preisen Allah. Sie sind Diener Gottes, schützen die Menschen und das All. Sie werden als Mittler zwischen Gott und den Menschen gebraucht.

In der Nacht seiner Himmelfahrt, Mir'aj, als der Prophet Mohammed die Himmel besuchte, sah er dort die Engel die verschiedenen Gebetsstellungen und Andachtformen ausüben. Die Engel des ersten Himmels wiederholten vom Tage ihrer Erschaffung an fortwährend den heiligen Gottesnamen im Dhikru llah, sie befanden sich dabei in der aufrechten Stellung des Qiyam. Die Engel des zweiten Himmels beugten sich in der Stellung der Ruku' seit dem Tage ihrer Erschaffung. Am Tage des Gerichts werden diese Engel sprechen: "O Herr, wir waren unfähig, Dich in gebührender Weise zu verehren." Die Engel des dritten Himmels befanden sich in Sajda, der Niederwerfung, seit dem Tage ihrer Erschaffung.

Als der heilige Prophet zu ihnen kam und sie grüßte, hoben sie die Köpfe und erwiderten seine Friedensgrüße, dann ließen sie den Kopf wieder fallen. Deswegen besteht das Gebet der Muslime aus einer zweimaligen Sajda. Die Engel des vierten Himmels rezitierten das at-Tahiyyatu'-Du'a. Die Engel des fünften Himmels trugen Tasbih vor: "Subhanaka", die des sechsten Himmels Takbir: "Allahu akbar" und die des siebenten Himmels Tahlil: "La ilaha illa llah". Dem Propheten Mohammed gefielen diese Formen der Verehrung Gottes über die Maßen, dass er den Herrn bat, seiner Gemeinde ein Gebet mit diesen Stellungen zuteil werden zu lassen. Der Herr erhörte seine Bitte und lehrte ihn das Gebet, wie es die Muslime seither beten.

Weiter berichtete der Prophet Mohammed in seiner Himmelfahrt über 7 verschiedene Himmel, in denen die  Engel sich aufhalten: Der erste Himmel war aus reinem Silber, und die Sternre hingen von seinem Gewölbe an goldenen Ketten; in einem jeden lag ein Engel auf Wache, um die Dämonen davon abzuhalten, in die heiligen Wohngemächer aufzusteigen, und die Geistwesen davon, taktlos himmlischen Geheimnissen zu lauschen. Dort größte Muhammad Adam. Und in den sechs anderen Himmeln traf der Prophet Noah, Aaron, Moses, Abraham, David, Salomo, Enoch, Johannes den Täufer und Jesus. Er sah den Engel des Todes, Azrael, so riesig, dass seine Augen 70.000 Tage Fußmarsches auseinander lagen. Er befehligte 100.000 Bataillone und verbrachte seine Zeit damit, in ein unermesslich großes Buch die Namen derer, die starben oder geboren wurden, einzuschreiben. Er sah den Engel der Tränen, der wegen der Sünden der Welt weinte; den Engel der Rache mit ehernem Gesicht, der den Elementen des Feuers präsidiert und auf einem Thron von Flammen sitzt; und einen anderen gewaltigen Engel halb aus Schnee und halb aus Feuer, umgeben von einem himmlischen Chor, der unablässig rief: „O Gott, Du hast Schnee und Feuer und all Deine Diener im Gehorsam gegenüber Deinen Gesetzen vereint.“ Im siebenten Himmel, wo die Seelen der Gerechten wohnten, war ein Engel größer als die ganze Welt, mit 70.000 Köpfen; jeder Kopf hatte 70.000 Münder, jeder Mund hatte 70.000 Zungen und jede Zunge sprach in 70.000 verschiedenen Mundarten, endlos das Lob des Allerhöchsten singend.

Die Engel sind im Koran auch die Boten, die den Propheten die Offenbarungen Allahs übermitteln. So ist beispielsweise dem Propheten Mohammed der Erzengel Gabriel erschienen und hat ihm den Koran übermittelt.

In der Geschichte Mohammeds spielen Engel eine große Rolle. So berichtet der Mohammed Biograf Ibn Ishaq, dass in der Kindheit des Propheten zwei Engel erschienen, die die Brust des jungen Propheten öffneten, um daraus einen dunklen Fleck zu entfernen. Dadurch soll der Überlieferung nach alles Böse aus Mohammeds Seele entfernt worden sein.

Ein zentrales Element des islamischen Glaubens ist, dass jeder Mensch hinter sich bei der linken und rechten Schulter einen speziellen Schreiber-Engel hat, der alle guten bzw. bösen Taten der Menschen aufschreibt. Während der Engel zur rechten jede gute Tat sofort aufschreibt, wartet der Engel zur linken noch eine gewisse Zeit, um eine schlechte Tat aufzuschreiben. Der Islam lehrt, wenn der Mensch eine Tat vor Gott bereut und zum Ausgleich etwas Gutes tut, wird die schlechte Tat nicht aufgeschrieben. Am Ende des Lebens erscheinen dann die beiden Engel und präsentieren alle guten bzw. schlechten Taten eines jeden Menschen. Überwiegen die schlechten Taten, so kommt der Mensch in die Hölle. Überwiegen die guten Taten, tritt der Mensch in das Paradies ein. Das islamische Ritualgebet, das praktizierende Muslime mindestens fünfmal täglich vollziehen, endet darum auch immer in der knienden Position mit einer Kopfbewegung zur rechten und zur linken Schulter, um die beiden Schreiberengel zu begrüßen.

Wie schon zuvor darauf hingewiesen, gibt es neun Chöre von Engeln (Engels-Hierarchie). An vielen Stellen wird aber noch auf einen 10. Engelschor hingewiesen: Die abgefallenen Engel (die Teufel). Bei den abgefallenen Engeln handelt es sich um die Engel, die meinten, sie könnten so sein wie Gott. Gott unterwarf die Engel einer sittlichen Prüfung: die „guten“ Engel gingen daraufhin in die Seligkeit des Himmels ein; die „bösen“ Engel verfielen der ewigen Verdammnis.

Der Teufel oder Luzifer und seine Dämonen waren also ursprünglich „gut“. Diese Überzeugung teilen alle monotheistischen Religionen. Der Teufel ist ein gefallener Engel. Während die himmlischen Heerscharen eine heilige Ordnung bilden, sind die Dämonen eine „Chaos-Truppe“ oder – wie Bonaventura lehrte – eine „perversitas“, d.h. eine verkehrte Ordnung.

Unter den Dämonen findet man nach scholastischer Lehre ehemalige Seraphim, Cherubim, Erzengel usw. Dämonen sind geradezu besessen von ihrem Hass gegenüber der göttlichen Ordnung. Deshalb stellen sie auch den Gläubigen nach und versuchen sie gegen Gott aufzuhetzen. Der Apostel Paulus mahnte daher seine Gemeinde: „Zieht die Waffenrüstung Gottes an, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel!“.

Jesus bezeichnete den Teufel als großen Lügner und als Vater der Lüge. Der Teufel möchte den Aufbau des Reiches Gottes durch seine Lügen verhindern und statt dessen sein Reich aufbauen. Doch da er ein abgefallener Engel ist, ist seine Macht begrenzt und nicht unendlich. Die Macht Gottes steht über ihm.

Die beiden wichtigsten Erzengel sind Michael und Gabriel. Michael gilt als Bezwinger des Satans (Luzifer) in Gestalt des Drachen (Höllensturz) sowie als Anführer der himmlischen Heerscharen. Schon früh wird Michael als Hüter des Paradiestores dargestellt.

In den 1947 entdeckten Schriftrollen vom Toten Meer wird Michael als „Fürst des Lichts“ bezeichnet, der die Heerscharen Gottes gegen die Mächte des Bösen unter Belial führt. Auch trägt er dort den Titel „Vizekönig des Himmels“, ein Titel, der früher Satan zugestanden haben soll.

Der Erzengel Gabriel gilt als Ausleger von Visionen und als Bote Gottes. In der jüdischen Apokalyptik spielt Gabriel auch eine Rolle als Straf- und Todesengel, sowie als Herr des Paradieses. Im Talmud gilt er nach Michael als der Größte der „Engelsfürsten“, das Urteil Gottes aufzeichnend und vollziehend.

In rabbinischen Quellen heißt es von Gabriel, er bestehe ganz aus Feuer, während Michael ganz aus Schnee bestehe. Entsprechend werden darin Gabriel und Michael die Metalle Gold und Silber zugeordnet.

 

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